Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Institut für Klassische Philologie, HU Berlin

Die Didaktik am Institut für Klassische Philologie

Altsprachliche Fachdidaktik an der Humboldt-Universität

Die HU gehört zu den wenigen deutschen Universitäten, deren Institut für Klassische Philologie über eine ordentliche Professur für die Didaktik des altsprachlichen Unterrichts verfügt. Dies ist kein Zufall, da es in Berlin seit über 50 Jahren eine fortwährende Tradition für Professuren im Bereich altsprachlicher Didaktik gibt: Zunächst im lateinischen Seminar an der Pädagogischen Hochschule mit Klaus Geleng (seit 1971) und Andreas Fritsch (seit 1972), dann nach der Integration der PH in die Freien Universität (Klaus Geleng bis 1987; Andreas Fritsch bis 2006) sowie an der Humboldt-Universität mit Friedrich Maier (1993–2000), Andreas Fritsch (2000–2006, im Rahmen einer Kooperation von FU und HU) und Stefan Kipf (seit 2006). Seit 2001 kooperieren die beiden Berliner Universitäten Freie Universität und Humboldt-Universität inhaltlich und personell im Bereich der altsprachlichen Fachdidaktik. Der derzeitige Lehrstuhlinhaber der HU ist für die Sicherstellung des Lehrangebots an der Freien Universität zuständig.

Altsprachliche Fachdidaktik - eine "Wissenschaft der Anwendung"

Die altsprachliche Fachdidaktik beschäftigt sich mit dem Unterricht in den Fächern Latein und Alt- Griechisch im gesamten Schul- und Bildungswesen in Geschichte und Gegenwart, im deutschen wie im internationalen Kontext. Ihre Hauptaufgabe in der Forschung besteht darin, den Unterricht wissenschaftlich zu begründen, ihn besser zu verstehen und auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse zu verbessern. Die altsprachliche Fachdidaktik ist somit nicht allein anwendungsorientiert, sondern muss in erster Linie als die „Wissenschaft der Anwendung“ verstanden werden. Da sich die Fachdidaktik im Spannungsfeld von Wissenschaft, Schule und Gesellschaft bewegt, ist sie auf Zusammenarbeit angewiesen: Mit der Latinistik und Gräzistik als ihren fachwissenschaftlichen Bezugsdisziplinen, anderen Fachdidaktiken und Fächern (z.B. Fremdsprachendidaktiken, Deutsch als Zweitsprache, Geschichte, Archäologie), der Erziehungswissenschaft, aber auch mit Schulen, Bildungsverwaltungen und den Fachverbänden.

Fachdidaktik - Studium und Praxis

Im fachdidaktischen Studium - übrigens das umfangreichste unter den deutschen Universitäten – werden die Studierenden theoretisch und praktisch in ihr späteres Berufsfeld eingeführt, indem sie nicht nur mit zentralen didaktischen und methodischen Fragestellungen bekannt gemacht werden, sondern auch systematisch die Grundlagen von Unterrichtsplanung und -analyse erlernen und im Praxissemester erproben. In enger Zusammenarbeit mit Berliner Schulen stellen wir im Praxissemester eine enge Betreuung sicher, um die Studierenden in diesem für sie wohl wichtigsten Studienabschnitt kontinuierlich zu begleiten und zu beraten. Durch regelmäßige Abstimmungen mit den Berliner Fachseminaren der zweiten Ausbildungsphase stellen wir die inhaltliche Anbindung an das Referendariat her und ermöglichen einen reibungslosen Übergang in die berufliche Praxis.

Fort- und Weiterbildung

Schließlich sind wir auch in der dritten Phase der Lehrkräftebildung, der Fort- und Weiterbildung, engagiert und machen aktive Lehrkräfte mit neuen Entwicklungen fachdidaktischer Forschung bekannt.

 

Zum Weiterlesen:

Stefan Kipf (2023): Fachdidaktik. In: Kipf, Stefan/Schauer, Markus (Hrsg.) Fachlexikon zum Latein und Griechischunterricht. Tübingen: Narr Francke Attempto, 221-224.