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Humboldt-Universität zu Berlin - Faculty of Language, Literature and Humanities - Alexander von Humboldt Professorship

Wintersemester 2020/21

Forschungskolloquium/Lesegruppe "Antike Medizin- und Wissenschaftsgeschichte"

CO | Mi 14-16 s.t. | wöch. | digital | Ph. van der Eijk

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Im Forschungskolloquium präsentieren und diskutieren Teilnehmer und Gäste laufende Forschungstätigkeiten im Bereich der antiken Medizin, Philosophie und Wissenschaftsgeschichte und ihrer Rezeption. Auch werden griechische und lateinische medizinische Texte, die im Rahmen von aktuellen Forschungsprojekten bearbeitet werden, in einem close reading Verfahren intensiv diskutiert. Da „Work in Progress“ und andere noch nicht veröffentlichte Materialien vorab zur Vorbereitung unter den Kolloquiumsteilnehmern verteilt werden, ist die Teilnahme am Kolloquium nur nach Vereinbarung mit Prof. Dr. P.J. van der Eijk (philip.van.der.eijk@hu-berlin.de) möglich.

 

Methoden und Medien der Klassischen Philologie

UE | Mi 16-18 c.t. | wöch. | digital | O. Overwien

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Diese Veranstaltung bietet einen ersten Überblick über das Fach Gräzistik und führt in seine Grundlagen und Methoden ein. Der Schwerpunkt liegt auf der Literaturgeschichte: Die Teilnehmer sollen die wichtigsten Autoren und Gattungen von der Archaik bis hin zur Spätantike kennenlernen. Darüber hinaus werden die Grundlagen der Papyrologie und Paläographie behandelt, und auch die Editionswissenschaft wird angeschnitten. Praktische Aspekte des Studiums wie der Umgang mit Hilfsmitteln (Lexika, elektronische Medien usw.) werden den Kurs beschließen.

Literatur: P. RIEMER/M. WEISSENBERGER/B. ZIMMERMANN, Einführung in das Studium der Gräzistik, München 2000; H.-G. NESSELRATH (Hrsg.), Einleitung in die griechische Philologie, Stuttgart/Leipzig 1997.

 

Einführung in die griechische Geschichtsschreibung

GK | Mi 10-12 c.t. | wöch. | digital | O. Overwien

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Im Mittelpunkt des Kurses werden die sogenannten Historien Herodots stehen. Am Beispiel mehrerer Passagen aus dem ersten, dritten und neunten Buch sollen der Aufbau, die zentralen Themen und nicht zuletzt das Geschichtsverständnis des Autors erarbeitet werden. Kurze Ausblicke auf einige Vorläufer sowie Nachfolger wie Thukydides und Xenophon werden den Kurs abrunden.
Voraussetzung zum Erwerb der Studienpunkte ist neben regelmäßiger Teilnahme die sorgfältige Vorbereitung der zu behandelnden Texte. Die zu übersetzenden Passagen werden unter Moodle bereitgestellt.

Textausgabe: Herodoti Historiae, vol. I-II, rec. N. Wilson, Oxford 2015
Literatur: K. MEISTER, Die griechische Geschichtsschreibung, Stuttgart 1990; R. Bichler / R. Rollinger, Herodot, 4. Auflage, Darmstadt 2014; W. Will, Herodot und Thukydides, München 2015.

 

Einführung in die griechische Philosophie: Platons Lysis

GK | Mo 14-16 c.t. | wöch. | digital | R. Lo Presti

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Dieser Einführungskurs möchte einen allgemeinen Überblick über Grundlinien, Hauptthemen, Fragen und Leitmotive der griechischen Philosophie bieten. Wie, wann, warum und wozu entsteht der philosophische Diskurs des Griechentums? Auf welche Fragen und Denkgegenstände richten die ersten Philosophen ihre Aufmerksamkeit, und wie entwickelt sich die Philosophie im Zusammenhang mit der Entstehung der „Polis“ und der Entwicklung des „demokratischen“ Ideals? Die ersten Sitzungen des Kurses werden diesen und ähnlichen Fragen gewidmet sein. Um diese Fragen beantworten zu können, werden wir Texte von einigen Vorsokratikern sowie auch von Platon, Aristoteles und Epikur behandeln. Danach werden wir uns der Frage nach Platons Auffassung von Freundschaft zuwenden: Warum und in welcher Hinsicht hat Freundschaft mit Philosophie zu tun? Zur Erörterung dieser Frage werden wir ausgewählte Stellen aus Platons "Lysis" in Betracht ziehen.

Texte: Platonis Opera, recognovit brevique adnotatione critica instruxit Ionnes Burnet, tomus III, Oxford 1903. Ernst Heitsch, Carl Werner Müller. Platon, Lysis (Platon: Werke. Übersetzung und Kommentar, Bd. V 4). Göttingen 1998.
Eine Textauswahl zum Thema „Was ist Philosophie?“ wird am Anfang des Seminars in Moodle zur Verfügung gestellt.
Sekundärliteratur: Manuel Knoll, Antike griechische Philosophie, Berlin: De Gruyter, 2017.

 

Griechische Sprache und Übersetzung II

UE | Do 16-18 c.t. | wöch. | digital | O. Overwien

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Die Übung dient der Vertiefung der Grammatikkenntnisse und der Festigung der aktiven Sprachkompetenz. Hierfür werden zum einen die wichtigsten Grammatikthemen systematisch wiederholt, zum anderen deutsche Texte, insbesondere Übersetzungen aus Xenophon, in attisches Griechisch rückübertragen und dabei unter verschiedenen Gesichtspunkten analysiert.

Literatur: E. BORNEMANN / E. RISCH, Griechische Grammatik, Frankfurt a. M. 1978; H. W. SMYTH, Greek Grammar, Cambridge / MA 1984.

 

Philosophie und Medizin

VL | Do 12-14 c.t. | wöch. | digital | R. Lo Presti

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Thema dieser Vorlesung ist das komplexe Spannungsverhältnis von Philosophie und Medizin im griechischen Denken und dessen Entstehung und Entwicklungslinien von der klassischen Zeit bis zur Kaiserzeit. Durch die Erörterung von exemplarischen Stellen der Vorsokratiker, dem Corpus Hippocraticum, Platons Dialogen, den biologischen Werken des Aristoteles, dem Corpus Galenicum und den Selbstbetrachtungen des römischen Kaisers Marc Aurel sollen die erkenntnistheoretischen Gründe und kulturgeschichtlichen Bedingungen dafür untersucht und nachvollzogen werden, dass es sich hierbei um ein Verhältnis zwischen zwei Wissensformen handelt, die in fortwährendem Wettbewerb standen und sich trotzdem als voneinander abhängig – und miteinander eng verknüpft – wahrnahmen. Als roten Faden unserer Betrachtung werden wir medizinische und philosophische Auseinandersetzungen mit folgenden Kernfragen in Betracht ziehen: Was ist die Seele und in welchem Verhältnis steht sie zum Körper? Was ist das Denken und womit denken wir? Wodurch können wir das Wesen der Seele und ihr Vermögen erkennen und beeinflussen, ihre Gefühle und Emotionen steuern, ihre Krankheiten heilen?

Am Ende der Vorlesung wird es deutlich sein, dass Philosophie und Medizin ein paradoxes Schicksal teilen: Je mehr sie versuchen, sich voneinander abzugrenzen, und je mehr sie für den epistemologischen Vorrang der einen Wissensform vor der anderen kämpfen, desto deutlicher werden ihre grundsätzliche Verwandtschaft und ihre gemeinsame Sorge um das Wohlsein des Menschen, sei es als Glückseligkeit oder Gesundheit verstanden, und die richtige Lebensart, die dazu führt.

Die Primärquellen werden ein paar Tage vor jeder Sitzung in Moodle hochgeladen.
Eine vollständige Literaturliste wird am Anfang des Semesters zur Verfügung gestellt.

 

Platon, Symposion

HS | Mo 16-18 c.t. | wöch. | digital | R. Lo Presti

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Das Symposion gehört zu den berühmtesten und einflussreichsten Werken Platons:

Ein Erzähler berichtet vom Verlauf eines mehr als ein Jahrzehnt zurückliegenden Gastmahls, dessen Teilnehmer der Reihe nach Reden über die Erotik und die Rolle des Gottes Eros hielten. Dabei trugen sie unterschiedliche Ansätze aus teils gegensätzlichen Theorien vor. Jeder beleuchtete das Thema unter einem besonderen Aspekt. Es handelt sich nicht um einen Bericht über ein historisches Ereignis, sondern um einen fiktionalen, literarisch gestalteten Text. In diesem fiktionalen, hoch theoretisch geprägten Kontext ist die berühmte Rede des Sokrates zu finden, in der er von seinen lange zurückliegenden Unterhaltungen mit Diotima berichtet, einer weisen Frau, die Sokrates einst über die Liebe belehrt habe. Die von Sokrates im Dialog verteidigte Sichtweise wird deshalb als die von Diotima vorgestellt. In der Tat entspricht das Eros-Konzept der Diotima Platons eigenem Verständnis der Erotik. Es beinhaltet einen philosophischen Erkenntnisweg, einen Aufstieg, der vom Besonderen zum Allgemeinen, vom Vereinzelten zum Umfassenden führt. Der Liebende richtet den erotischen Drang im Lauf seines gestuften Erkenntnisprozesses auf immer umfassendere, allgemeinere, höherrangige und daher lohnendere Objekte. Der Weg beginnt mit der spontanen Begierde nach einem einzelnen schönen Körper und endet mit dem würdigsten Ziel, der Wahrnehmung des nur geistig erfassbaren „Schönen an sich“. Mit dieser „Schau“ des absolut Schönen erreicht die Sehnsucht des Erotikers ihre Erfüllung.

Im Seminar werden wir uns mit diesem Schlüsselwerk der abendländischen philosophischen Tradition befassen und wir werden versuchen, theoretische Inhalte, literarische Gestaltung, Struktur der Argumentationsweise, sprachliche und stilistische Eigenschaften als miteinander verknüpfte und einander beeinflussende Aspekte des Textes zu betrachten und zu erkennen.

Das Seminar wird stark diskussionsorientiert sein und setzt deshalb eine aktive Teilnahme voraus. Es wird erwartet, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Laufe des Semesters zumindest ein Referat halten sowie dass alle mit Fragen und Bemerkungen regelmäßig zur Diskussion beitragen.

Text (kritische Ausgabe, Übersetzungen) und Kommentare

Platonis opera, recognovit brevique adnotatione critica instruxit Ioannes Burnet, tomus II tetralogias III-IV continens. Oxford: Oxford Classical Texts, 1910.

Platon, Das Gastmahl/Symposion.Griechisch/deutsch, hrsg. von W. Buchwald und R. Nickel. Berlin: De Gruyter (Tusculum-Reihe), 2011.
Kurt Sier, Die Rede der Diotima. Untersuchungen zum platonischen Symposion. Stuttgart: Teubner, 1997.

Eine vollständige Sekundärliteraturliste wird am Anfang des Seminars zur Verfügung gestellt werden.

 

Cicero, Reden

GK | Do 10-12 c.t. | wöch. | digital | O. Overwien

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Im Grundkurs stehen zwei Reden Ciceros im Mittelpunkt: die Oratio pro S. Roscio Amerino sowie die Orationes in Verrem. Die Rede für den jungen Roscius ist Ciceros erster Kriminalprozess, in dem er sich mit den Mächtigen seiner Zeit (Chrysogonos und Sulla) anlegt. Ca. 12 Jahre später gelingt ihm mit seiner letztlich erfolgreichen Anklagerede gegen den vormaligen Statthalter von Sizilien, Gaius Verres, endgültig der Durchbruch zum führenden Redner Roms.
Neben der Lektüre gibt der Kurs Einblicke in die Grundprinzipien der antiken Rhetorik sowie in den Alltag bzw. in die Politik des Römischen Reiches am Ende der Republik.
Die Textpassagen werden im Kurs zur Verfügung gestellt.

Textgrundlage: A.C. Clark (Hrsg.), M. Tulli Ciceronis Orationes. Tomus I, Oxford 1905 (und öfter); G. Peterson (Hrsg.), M. Tulli Ciceronis Orationes. Tomus III, Oxford 1907 (und öfter).
Literatur zu Cicero: K. Bringmann, Cicero, 2. Auflage, Darmstadt 2014

Zu dem Kurs findet ein Begleittutorium statt.

 

Apuleius, De Deo Socratis

SE | Mo 8.30-10 s.t | wöch. | digital | R. Lo Presti

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In diesem Seminar werden wir uns mit einem faszinierenden und sowohl literatur- als auch philosophiegeschichtlich höchst interessanten Werk des Apuleius befassen – De deo Socratis –, das die vollständigste Abhandlung der antiken Literatur zum Wesen der Dämonen darstellt: In dieser Schrift stellt Apuleius in rhetorisch geschliffener Form mittelplatonische Vorstellungen von Göttern und Menschen und den zwischen ihnen vermittelnden Potenzen (den sogenannten Dämonen) dar, denen Apuleius’ Hauptaugenmerk gilt; Sokrates wird dabei zu seinem Kronzeugen dafür, wie einem tugendhaft und philosophisch lebenden Menschen Fürsorge und Schutz eines solchen Dämons zuteil wird. Die Schrift – die für Heiden, aber auch für Christen maßgebliche religiöse Vorstellungen des 2. Jh. nach Christus vermittelt – endet dementsprechend mit einem werbenden Aufruf an die Menschen, sich wie Sokrates um die echte Bildung des eigenen Geistes zu kümmern. Im Seminar werden wir unsere Aufmerksamkeit vor allem auf die Verknüpfung zwischen Theologie/Dämonologie, Anthropologie und Ethik richten, die ein Charakteristikum des Mittel- und Neuplatonismus darstellt und die den Weg für wichtige Entwicklungslinien des christlichen Denkens vorbereitet hat.

Literatur: Eine vollständige Literaturliste wird am Anfang des Seminars zur Verfügung gestellt.

 

Editionswissenschaft Latein

UE | Di 10-12 c.t | wöch. | digital | O. Overwien

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Ziel der Übung ist die Vermittlung von spezifischen Kenntnissen für die Edition eines lateinischen Textes. Zu diesem Zweck sollen zunächst einige grundsätzliche Merkmale der antiken und mittelalterlichen Überlieferung lateinischer Texte erarbeitet werden. Des Weiteren werden wir uns ausführlich den Aufbau verschiedener moderner Editionen lateinischer Texte anschauen: Vorwort, Siglenverzeichnis + textkritischer Apparat. Zu guter Letzt werden die einzelnen Arbeitsschritte eines Editors nachvollzogen: Diskussion von Fehlerarten, Darstellung der Handschriftenabhängigkeiten in einem Stemma, Erstellung des Textes und eines textkritischen Apparates.

Einführende Literatur: E. Pöhlmann, Einführung in die Überlieferungsgeschichte und in die Textkritik der antiken Literatur, 2 Bde., Darmstadt 2003; R. Tarrant, Texts, Editors, and Readers, Cambridge 2016.

 

Dante Alighieri, Schreiben an Cangrande della Scala

SE | Do 14-16 c.t | wöch. | digital | R. Lo Presti

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In seinem Schreiben an den Fürsten Cangrande behandelt Dante literaturhistorisch relevante Fragen, wie z. B. jene nach den Bedeutungsebenen seiner Commedia. In den Ausführungen zur Frage nach der gegenseitigen Abhängigkeit von Sein und Wesen oder bei der Erklärung des zehnten Himmels, dem sog. Empyreum, legt Dante zudem auch in philosophischen und theologischen Fragenkomplexen eigenständige Antworten vor. Im Seminar werden wir diesen extrem interessanten und inhaltsreichen Text in Verbindung mit anderen Schlüsselstellen aus Dantes literarischer Produktion (Convivio und selbstverständlich die Göttliche Komödie) betrachten.

Literatur: Thomas Ricklin (Hrsg.). Dante: Das Schreiben an Cangrande della Scala, Leipzig 1993.
Eine vollständige Literaturliste wird am Anfang des Seminars zur Verfügung gestellt.

 

Antike Schriften zur Musik

UE | Fr 10-12 c.t | wöch. | digital | M. Börno

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In dieser Lehrveranstaltung lesen wir antike Texte (bzw. Textabschnitte) über Musik von Platon bis Boethius, in denen u.a. folgende Fragen beantwortet werden: Was ist die Rolle der Musik in der Gesellschaft? Wie sind die Tonarten aufgebaut und welche Prinzipien herrschen in der Welt der Musik? Was kann man durch die Betrachtung der Musik über den Kosmos lernen? Streiflichter werden außerdem auf die pythagoräische Intervalllehre, die griechische Buchstabennotation und die antike Musiktheorie (z.B. des Aristoxenos von Tarent) geworfen.

Die Texte werden zu Semesterbeginn über das Lernmanagementsystem Moodle zur Verfügung gestellt. Einen ersten Überblick liefert der Abschnitt „Antike Musik – II.  Literarische Quellen“ des Artikels „Griechenland“ im Lexikon Musik in Geschichte und Gegenwart (Sachteil Bd. 3).

Die Lehrveranstaltung richtet sich an Studierende der Klassischen Philologie ebenso wie an Studierende anderer Fächer (die bei Bedarf die Texte in modernsprachiger Übersetzung lesen können).