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Humboldt-Universität zu Berlin - Faculty of Language, Literature and Humanities - Alexander von Humboldt Professorship

Wintersemester 2019/20

Forschungskolloquium/Lesegruppe "Antike Medizin- und Wissenschaftsgeschichte"

CO | Mo 10-12 | wöch. | UL 6, 3053 | Ph. van der Eijk

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Im Forschungskolloquium präsentieren und diskutieren Teilnehmer und Gäste laufende Forschungstätigkeiten im Bereich der antiken Medizin, Philosophie und Wissenschaftsgeschichte und ihrer Rezeption. Auch werden griechische und lateinische medizinische Texte, die im Rahmen von aktuellen Forschungsprojekten bearbeitet werden, in einem close reading Verfahren intensiv diskutiert.

Im Wintersemester 2019/20 wird das Forschungskolloquium thematisch im Zeichen des vom Einstein Centrum CHRONOI geförderten Projekt ‚Kairos, Krisis, Rhythmus. Time and Time Awareness in Ancient Medicine‘ stehen. Besondere Aufmerksamkeit werden der antiken Pulslehre und der Theorie der Wechselfieber und der kritischen Tage gewidmet sein. Im Lektüreteil des Kolloquiums werden ausgewählte Kapitel aus der Schrift De febribus des (Pseudo?)Alexander von Aphrodisias gelesen.

Da „Work in Progress“ und andere noch nicht veröffentlichte Materialien vorab zur Vorbereitung unter den Kolloquiumsteilnehmern verteilt werden, ist die Teilnahme am Kolloquium nur nach Vereinbarung mit Prof. Dr. P.J. van der Eijk (philip.van.der.eijk@hu-berlin.de) möglich.

 

Einführung in die griechische Philosophie: Platons Ion

GK | Do 12-14 | wöch. | UL 6, 3052 | R. Lo Presti

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Dieser Einführungskurs zielt darauf ab, einen allgemeinen Blick auf Grundlinien, Hauptthemen, Fragen und Leitmotive der griechischen Philosophie anzubieten. Wie, wann, warum und wozu entsteht der philosophische Diskurs des Griechentums? Auf welche Fragen und auf welche Denkgegenstände richten die ersten Philosophen ihre Aufmerksamkeit, und wie entwickelt sich die Philosophie im Zusammenhang mit der Entstehung der „Polis“ und der Entwicklung des „demokratischen“ Ideals? Die ersten Sitzungen des Kurses werden diesen und ähnlichen Fragen gewidmet sein. Um auf diese Fragen antworten zu können, werden wir mit Texten von einigen Vorsokratikern sowie auch von Platon, Aristoteles und Epikur arbeiten. Danach werden wir uns mit einer weiteren Frage beschäftigen, und zwar: Wie wird Dichtung als Wissensform von Platon beurteilt? Sind Dichtung und Kunst dem philosophischen Wissen gleichzusetzen? Um diese Frage erörtern zu können, werden wir ausgewählte Stellen aus Platons Ion in Betracht ziehen.

Texte: Platonis Opera, recognovit brevique adnotatione critica instruxit Ionnes Burnet, tomus III, Oxford 1903; Ernst Heitsch, Platon: Ion (Platon: Werke. Übersetzung und Kommentar, Bd. VII 3), Göttingen 2017.
Eine Textauswahl zum Thema „Was ist Philosophie?“ wird am Anfang des Seminars in Moodle zur Verfügung gestellt werden.
Sekundärliteratur: Manuel Knoll, Antike griechische Philosophie, Berlin: De Gruyter, 2017.

 

Aristoteles, Poetik

UE | Do 16-18 | wöch. | UL 6, 3052 | R. Lo Presti

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In diesem Seminar werden wir uns mit einem der faszinierendsten, wirkungsvollsten und schwierigsten Texte der Antike befassen. Denn die Poetik des Aristoteles ist gleichzeitig Gründungstext der Literaturtheorie, der Dichtungslehre und der Ästhetik, philosophische Abhandlung über das „Tragische“ und wichtiger – und in mehreren Hinsichten noch rätselhafter – Ausdruck des aristotelischen Versuchs, alle Formen der menschlichen Rationalität wissenschaftlich zu betrachten und alle Wissensbereiche, in denen sich diese Rationalität entfaltet, systematisch zu explorieren, umzufassen und einzuordnen.
Folgende Fragen werden unter anderem erörtert werden: Wie lässt sich die aristotelische Definition der „poiesis“ als „mimesis“ verstehen? Wie lässt sich die Definition von „poesis“ aus der Natur des Menschen ableiten? In welchem Verhältnis stehen die aristotelischen Begriffe von „physis“, „praxis“ und „poiesis“ zueinander? Wie sind die Arten der mimesis zu unterteilen? Wie lässt sich die Tragödie als Gattung definieren? Durch welche Eigenschaften (Ganzheit, Einheit, Wahrscheinlichkeit, Notwendigkeit) soll die Handlung in einer Tragödie geprägt sein? In welchem Verhältnis steht die aristotelische Dichtungslehre und Ästhetik mit der platonischen Kritik an die Dichtung und die Künste?
In den letzten Sitzungen des Seminars werden wir auch einen Blick auf die frühneuzeitliche Rezeption der Poetik werfen.

Literatur: Aristotelis de arte poetica liber. Recognovit brevique adnotatione critica instruxit Rudolph Kassel Clarendon Press, Oxford 1965; Aristoteles: Poetik. griech.-dt., übers. und hg. von Manfred Fuhrmann, Stuttgart 1994; Aristoteles: Poetik. Übersetzung und Kommentar von Arbogast Schmitt. Akademie-Verlag, Berlin 2008; D. W. Lucas: Aristotle, Poetics. Introduction, commentary and appendices. Clarendon Press, Oxford 1968; Amélie Oksenberg-Rorty (Hrsg.): Essays on Aristotle’s ‘Poetics’. Princeton 1992.

 

Augustinus, De musica

SE | Do 14-16 | wöch. | UL 6, 3052 | R. Lo Presti

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In seiner frühen Schrift De ordine stellt Augustinus einen Katalog von Wissensgebieten auf, die dem Menschen die Vernunft ermöglichen und die zum Erfassen und Leben der christlichen Lehre wichtig seien. Von diesen disciplinae hat er die Grammatik und einen Teil der Musik fertiggestellt, die anderen nur angefangen. Lediglich die Schrift De musica hat überdauert. In diesem Seminar werden wir uns mit diesem nicht so bekannten, und trotzdem extrem spannenden und inhaltsreichen Text des Augustinus befassen. Die Schrift teilt sich in 6 Bücher, von denen wir nur das erste und das sechste Buch in Betracht ziehen werden. In beiden finden sich philosophisch weitreichende Ausführungen zu Kunst, Wissenschaft, Schönheit und zur neuplatonischen Metaphysik. Buch I führt bis zur Einsicht in die zahlhafte und arithmetisch bedeutsame Struktur, die der Rhythmik zugrunde liegt, Buch VI entfaltet diese Erkenntnisse zunächst am Klang und seiner Wahrnehmung und führt sie schließlich bis zur Gotteserkenntnis fort.

Literatur: Aurelius Augustinus: De musica: Bücher I und VI. Vom ästhetischen Urteil zur metaphysischen Erkenntnis, lat.-dt., eingeleitet, übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Frank Hentschel. Meiner, Hamburg 2002; Adalbert Keller: Aurelius Augustinus und die Musik. Würzburg 1993; Heinz Edelstein: Die Musikanschauung Augustins nach seiner Schrift „De musica“. Bonn 1929; Henri-Irenée Marrou, Augustinus und das Ende der antiken Bildung. Schöningh, Paderborn u. a. 1981; Beat A. Föllmi: Das Weiterwirken der Musikanschauung Augustins im 16. Jahrhundert. Peter Lang, Bern u. a. 1994.

 

Seneca, De providentia

SE | Mo 8.30-10.00 | wöch. | UL 6, 3053 | R. Lo Presti

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De providentia ist der erste der sogenannten philosophischen Dialoge Senecas und wie alle anderen Dialoge sowie auch die Briefe an Lucilius wurden sie in den letzten Lebensjahren des römischen Philosophen verfasst, nach der Verabschiedung von Nero und der Entscheidung, vom aktiven politischen Leben zurückzutreten. Auch in De providentia wie in all seinen anderen Dialogen beschäftigt sich Seneca mit Kernfragen und Kernthemen der stoischen Philosophie und insbesondere mit dem Thema der göttlichen Vorsehung (providentia) und des Verhältnisses zwischen Vorsehung, Notwendigkeit und Gerechtigkeit des menschlichen Schicksals. Die Leitfrage, auf die Seneca in diesem Werk seine Aufmerksamkeit richtet, ist die nach der richtigen Geisteshaltung des Weisen dem Leiden und den Unglücksfällen gegenüber: Wie ist es in einer Welt, in der göttliche Vorsehung herrscht, zu rechtfertigen, dass nicht nur böse, sondern auch gerechte Menschen Unglück erfahren? Durch die Erörterung dieser Frage bietet Seneca eine Betrachtung des menschlichen Schicksals und des Platzes des Menschen im Rahmen der kosmischen Ordnung, in der sich wesentliche Aspekte der stoischen Physik, Ethik und Erkenntnislehre miteinander eng verknüpfen.

Literatur: Eine vollständige Literaturliste wird am Anfang des Seminars zur Verfügung gestellt werden.

 

Stoizismus

PS | Mo 16-18 | wöch. | UL 6, 3059 | R. Lo Presti

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Ziel dieses Proseminars ist es, einige der grundlegendsten und wichtigsten Aspekte der stoischen Philosophie durch eine intensive textbasierte und philosophiegeschichtliche Auseinandersetzung mit einer Auswahl von griechischen und römischen Quellen zu erörtern. Wir werden uns zuerst mit methodologischen Fragen beschäftigen und wir werden versuchen zu verstehen, wie man sich mit philosophischen Texten der Antike, die in vielen Fällen nur fragmentarisch oder durch indirekte Überlieferung überliefert wurden, am besten auseinandersetzt. Danach werden wir unsere Aufmerksamkeit auf die Kernfragen und die Hauptthemen richten, mit denen sich die stoische Philosophie in den drei großen theoretischen Bereichen der Physik, der Ethik und der Geist- und Sprachphilosophie beschäftigt und wir werden auch versuchen, die Frage nach der philosophiegeschichtlichen Bedeutung und Originalität des Stoizismus durch systematische Vergleiche mit den anderen hellenistischen Philosophien sowie auch mit den großen philosophischen System der klassischen Zeit (Platon und Aristoteles) zu erörtern. Insofern wir sowohl Aspekte des griechischen Stoizismus als auch Aspekte des römischen lateinsprachigen Stoizismus betrachten werden, werden im Laufe des Seminars auch Fragen, die das sogenannte "Transfer of knowledge" betreffen, erörtert werden.

Das Seminar wird stark diskussionsorientiert sein und setzt deshalb eine aktive Teilnahme voraus. Es wird erwartet, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Laufe des Semesters zumindest ein Referat halten, und selbstverständlich sollen auch alle mit Fragen und Beiträgen regelmäßig zur Diskussion beitragen.

Die Kenntnis der griechischen und der lateinischen Sprache ist willkommen, aber nicht erforderlich. Wir werden alle Texte in deutscher bzw. englischer Übersetzung lesen, wobei wir auf den lateinischen Text in systematischer Weise verweisen werden, um Kernbegriffe zu verdeutlichen und theoretisch relevante textuelle Schwierigkeiten bzw. Unklarheiten zur Sprache zu bringen.

 

Einführung in die griechische Geschichtsschreibung

GK | D0 16-18 | wöch. | UL 6, 3053 | O. Overwien

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Im Mittelpunkt des Kurses werden das Geschichtswerk Herodots stehen. Am Beispiel mehrerer Passagen aus dem ersten, dritten und neunten Buch der Historien sollen der Aufbau, die zentralen Themen und nicht zuletzt das Geschichtsverständnis des Autors erarbeitet werden. Kurze Ausblicke auf einige Vorläufer sowie Nachfolger wie Thukydides und Xenophon werden den Kurs abrunden.
Voraussetzung zum Erwerb der Studienpunkte ist neben regelmäßiger Teilnahme die sorgfältige Vorbereitung der zu behandelnden Texte. Die zu übersetzenden Passagen werden unter Moodle bereitgestellt.

Textausgabe: Herodoti Historiae, vol. I-II, rec. N. Wilson, Oxford 2015
Literatur: K. MEISTER, Die griechische Geschichtsschreibung, Stuttgart 1990; R. Bichler / R. Rollinger, Herodot, 4. Auflage, Darmstadt 2014; W. Will, Herodot und Thukydides, München 2015.

 

Repetitorium der griechischen Morphologie und Syntax

UE | Mi 10-12 | wöch. | UL 6, 3071 | O. Overwien

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Ziel dieser Veranstaltung ist es, zentrale Aspekte der griechischen Grammatik in einer fast schon entspannten Atmosphäre aufzufrischen bzw. zu vertiefen. Im Zentrum wird die Lektüre klassischer griechischer Autoren stehen. Ergänzend wird auf besonderen Wunsch aller Beteiligten auch der umgekehrte Weg vom Deutschen ins Griechische eingeschlagen.

Die Teilnehmer sollten über die „Griechische Grammatik“ von E. Bornemann / R. Risch oder über eine damit vergleichbare Grammatik verfügen.

 

Methoden und Medien der Klassischen Philolologie

UE | Di 10-12 | wöch. | UL 6, 3053 | O. Overwien

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Diese Veranstaltung bietet einen ersten Überblick über das Fach Gräzistik und führt in seine Grundlagen und Methoden ein. Der Schwerpunkt liegt auf der Literaturgeschichte: Die Teilnehmer sollen die wichtigsten Autoren und Gattungen von der Archaik bis hin zur Spätantike kennenlernen. Darüber hinaus werden die Grundlagen der Epigraphik, Papyrologie und Paläographie, sowie die Textkritik und Überlieferungsgeschichte behandelt. Praktische Aspekte des Studiums wie der Umgang mit Hilfsmitteln (Lexika, elektronische Medien) werden den Kurs beschließen.

Literatur: P. RIEMER/M. WEISSENBERGER/B. ZIMMERMANN, Einführung in das Studium der Gräzistik, München 2000; H.-G. NESSELRATH (Hrsg.), Einleitung in die griechische Philologie, Stuttgart/Leipzig 1997.

 

Prosa bis Livius

GK | Do 10-12 | wöch. | UL 6, 3059 | O. Overwien

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Diese Veranstaltung dient dazu, den Teilnehmern einen ersten Überblick über die lateinische Prosa-Literatur bis Livius zu geben. Der Schwerpunkt wird auf Autoren/Texten liegen, die im weitesten Sinne der Geschichtsschreibung zuzuordnen sind: Sallust (Bellum Catilinae), Cornelius Nepos (Viten) sowie Livius (Ab urbe condita). Durch die Lektüre zentraler Passagen sollen gattungsspezifische Charakteristika sowie individuelle Eigenarten des jeweiligen Autors erarbeitet werden.
Die zu übersetzenden Passagen werden unter Moodle bereitgestellt.

Textausgaben: C. Sallusti Crispi Catilina, Iugurtha Historiarum Fragmenta selecta, Appendix Sallustiana, rec. L. D. Reynolds, Oxford 1991
Literatur: A. MEHL, Römische Geschichtsschreibung, Stuttgart 2001; D. Flach, Einführung in die römische Geschichtsschreibung, 4. Auflage, Darmstadt 2013.