Humboldt-Universität zu Berlin - Sprach- und literaturwissenschaftliche Fakultät - Institut für Klassische Philologie, HU Berlin

Empirische Untersuchung zu Lehrbuchaufgaben im Latein- und Griechischunterricht

Dr. Marcel Humar und Anne Zarmsdorf

Übungsaufgaben sollen Üben ermöglichen, zum Lernen oder Üben motivieren und müssen nach modernen Standards kompetenzorientiert hinsichtlich der Gestaltung sein. Sie sollen nachhaltig gelernte Inhalte wiederholen und somit festigen. Ihnen kommt daher eine wichtige Funktion zu, die wiederum Anforderungen an die Gestaltung der der Aufgaben stellt:  Sie müssen an Bekanntes anknüpfen, einen klaren Schwerpunkt aufweisen, mit dem erworbenen Wissen für die Schüler*innen bewältigbar sein und diesen darüber hinaus die Möglichkeit geben, ihre bei der Bearbeitung der Aufgaben getroffenen Entscheidungen zu begründen sowie eine Einschätzung über ihren eigenen Kompetenzstand vornehmen zu können. 

Dabei kommt es natürlich auch auf die Motivation durch die Präsentation der Aufgaben an. Maßgeblich für die Qualität und motivationale Kraft von Übungsaufgaben ist deren Konzeption sowie das Aufgabenformat. Bezüglich des letzteren Aspekts weisen vor allem die Lehrbücher für den altsprachlichen Unterricht der letzten Generation eine enorme Fülle von verschiedenen Aufgabenformaten auf: Vor allem durch Formate wie Rätsel, Suchspiele, Kreuzworträtsel, die auch oft einen Bezug zu anderen Lebenswelten oder Inhalten bieten, wollen die Lehrbücher offenbar zur Lösung der Aufgaben motivieren. Doch diese Aufgabenformate müssen als völlig arbiträr entwickelt angesehen werden angesichts dessen, dass keine Forschungsergebnisse zur Motivationskraft oder Verständlichkeit der Aufgaben vorliegt. Zudem wurden das Spaß- bzw. Frustrationspotential solcher Aufgaben bisher nicht empirisch überprüft. Es wurde nicht einmal das Ausmaß der Adressierung sprachlicher Kompetenzen reflektiert, die jedoch das Hauptanliegen solcher Übungsaufgaben darstellt. 

Unser Projekt fragt daher explizit nach der Wirkung von Übungsaufgaben auf die Lernenden (Spaß, Frustration) bzw. dem Lernerfolg von teilweise spielerischen, in der Aufgabenstellung oder dem Format besonders kontextualisierten und bisweilen sehr umfassend bebilderten Aufgabenformaten in gängigen aktuellen Latein- und Griechischlehrwerken der 4. Generation. 

Ziel ist es dabei zu ermitteln, ob bestimmte Aufgabenformate motivierend oder frustrierend wirken, und ob sich die Aufgabenformate und die aktive Lernzeit zueinander in Beziehung setzen lassen. 

Mit Hilfe dieser Erkenntnisse kann der Unterricht in den alten Sprachen verbessert werden, da echte Lern- und Übungszeit in ein angemessenes Verhältnis zur Aufgabenerfüllung gesetzt werden kann. Lehrkräfte können für den Einsatz von Aufgaben und dem Umgang mit dem Lehrbuch sensibilisiert werden. 
 
Stand der Datenerhebung (Juni 2026)
Bisher wurden über 500 Schüler*innen mittels unserer Textbögen an sieben verschiedenen Berliner Gymnasien getestet. 

 

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